Ich glaube an…? – Jetzt wird es Religiös

Nun muss ich gestehen, dass ich überhaupt nicht religiös bin. Meiner Meinung nach hört sich alles nach einer vorgegebener Struktur an. Wer katholisch ist muss an das, das und das glauben. Dasselbe mit den reformierten, buddhisten oder was es sonst noch alles gibt. Ich kenne Leute, die essen sogar am Freitag kein Fleisch und gehen am Sonntag in die Kirche, weil ihre Religion das so vorgibt – und zwingen die ganze Familie dann auch noch dazu. Klar, es gibt viele die sich an gewisse Dinge nicht halten, zum Beispiel, dass Schweinefleisch im Islam trotzdem essen. Das find ich ganz okay. Pick dir raus woran du glaubst.

 

Hand over your life to Jesus and nobody gets hurt you

 

Ich für meinen Teil habe immer gesagt ich sei Atheist, weil ich mich mit all den Geschichten und Religionen nicht anfreunden konnte. Ich gehöre auch offiziell keiner Religion an (wir musste in der Schule immer angeben, welcher Religion wir angehören…). Für meine liebe Mum, die mich immer wieder bekehren möchte, bin ich natürlich nicht gerade der beste Mensch. Weil ich nichts zum Glauben habe. Mich hat es nie interessiert, solange ich an mich glaubte. Trotz vielen Streitereien bleibe ich dabei. Ich brauche keine Religion, die mir vorschreibt woran ich zu glauben und zu tun habe. Wenn ich nunmal nicht an eine Wiedergeburt glaube, dann okay. Meiner Meinung nach sollten alle so leben. Ich weiss nicht, wer wirklich immer Lust hat Freitags keinen Fleisch zu essen. Oder auch auf Schwein, Kuh oder sonst was zu verzichten.

 

Ganz ohne etwas stehe ich nun doch nicht da. Es gibt nur keine Religion dazu. Das braucht es auch nicht. Zwei Dinge haben es mir angetan, ich habe mir nur nie solche Gedanken gemacht, ob das zu einem Glauben gehört.

 

Das Gesetz der Anziehung

Das Gesetz der Anziehung – ja es ist ein riesiger Hype, der mit The Secret ausbrach. Endlich wird das Geheimnis von erfolgreichen Menschen gelüftet und es wird erklärt, wie man alles erreichen kann, was man will. Sehr viele davon können nichts damit anfangen, weil sie direkt sagen, dass es nicht funktionieren KANN. Oder sie versuchen es und geben auf, weil es nicht klappt.

Bei mir war das Anfangs so, nichts ging. Es dauerte eine Weile, bis ich bemerkte, dass es meine innere Blockade war. Alles was ich mir „wünschte“ kam nicht. Doch ich hatte mich getäuscht. Ich habe sehr viele Dinge mit meinem Gedankenmuster angezogen. Wie auch meinen Hirntumor, durch die ständige Angst, dass mit meinen Kopf irgendetwas nicht in Ordnung wäre. Ein abgestürztes Leben, durch die Angst in Geldnot, ohne Freunde und ohne Familie leben zu müssen. Einen guten Freund, der mir raushalf – weil ich unbedingt raus wollte und es alleine nicht schaffen konnte. Eine tolle Wohnung. Ein gutes Leben.

Das sind die wichtigsten Dinge. Klar, man kann sich einen Parkplatz wünschen, was überall und immer beschrieben wird – aber das ist mir etwas zu selbstsüchtig. Das geht mit mir im Inneren nicht ins Reine, den der Wunsch generiert direkt einen Widerspruch. Trotz so etwas Kleinem. Was mich direkt zur zweiten Sache bringt, an die ich glaube.

 

Karma

Es hat eines mit dem Gesetz der Anziehung gemeinsam.

Das Gesetz der Anziehung besagt:
„Denke positiv, bedanke dich für alles was du hast. Und du wirst weiterhin bekommen, was du willst.“

 

Karma sagt:
„So wie du mit anderen umgehst, so wird auch mit dir umgegangen“

Ja ich steh auf Karma. Jeder kennt doch den Spruch Karma is a bitch oder Gott straft sofort – mir ist egal ob Karma schlussendlich Gott ist. Oder Maria. Oder mein Vater (wobei das ganz lustig wäre). Ich bin der Auffassung, dass man andere so behandeln soll, wie sie es verdienen.

Tu jemandem grundlos etwas böses an und es fährt auf dich zurück. Behandle andere nett und dir wird es gut gehen. Der eine Satz kam vo etwa einem Monat, in dem es hiess: „Immer haben dich alle gut behandelt. Gib etwas davon zurück.“ Karma hatte sich bei mir bedankt, obwohl ich als Kind keine Freunde hatte, waren alle anderen nett zu mir anstatt mich komplett auszugrenzen. Ich denke auch, dass ich ein recht pflegeleichtes Kind war. Der Spruch kam von einem Freund von mir, doch ich denke, dass es eine Warnung war. Von ihm höre ich eigentlich eher seltener solche ernstgemeinten Dinge. Ich habe schlecht über andere geredet, ich habe angefangen mich besser zu fühlen oder fremden etwas wegzunehmen (Parkplätze, das letzte Stück von diesen Häppchen die es im Lebensmittelladen zu probieren gibt). Ich wurde nahezu unfreundlicher, weil ich mit mir selbst nicht immer im Reinen war. Doch die anderen haben das nicht verdient.

Seither habe ich Karma immer im Hinterkopf. Jetzt wird es für mich Zeit mich für diese Warnung zu bedanken und das wieder in den Griff zu kriegen.

 

Einige denken vielleicht ich bin irre. Ich glaube an das Gesetz der Anziehung und an das Karma, weil es mir hilft. Ich konnte mir oft genug beweisen, dass es beides gibt. Es hilft mir ein besserer Mensch zu sein, was ich von einem Besuch in der Kirche nur das Gegenteil behaupten könnte. (Ich mag die Kirche nicht sonderlich. Und dann werde ich so ziemlich respektlos, weil genervt und gelangweilt. Karma würde mir das nicht durchgehen lassen.)

1 comment / Add your comment below

  1. Liebe Jolly,
    wiedermal finde ich mich zu 99% in einem deiner Blogposts wieder.

    Vorallem dieser Satz hier hat mich voll getroffen: „Mich hat es nie interessiert, solange ich an mich glaubte. “
    Eine ganz ähnliche Diskussion hatte ich nämlich mit meiner Mum, die unzufrieden mit meiner „Glaubensrichtung“ ist wie deine.

    Sie: „Irgendwann wirst du Gott brauchen! Und was tust du, wenn du nichts hast, woran du glaubst?“
    Ich: „Ich glaube lieber an mich selbst.“
    Sie: „Dann tust du mir leid.“

    Na danke auch. -.-
    Aber mein Leben in Jesus‘ Hände legen sollen wir? Never.

    Ich bin katholisch erzogen worden. Auch, wenn wir keine Tischgebete sprachen oderso, wurde 1x/Woche in die Kirche gegangen. Ich hab es gehasst.

    Mir gefällt nicht, was die katholische Kirche für Ansichten hat.
    – gleichgeschlechtliche Liebe wird verdammt
    – Abtreibung ist böse, aber Verhütung ebenso
    – Gleichberechtigung? Was ist das?
    – uvm.

    Ich erinnre mich da an eine Hochzeit auf der ich war. Der Pfarrer sagte bei der Trauung ernsthaft zu ihr, dass sie nun ihrem Mann zu dienen habe, seine Wünsche erfüllen solle, möglichst viele Kinder in die Welt setzen, usw.
    Ich hab mich SO GEÄRGERT.

    Vor 2 Jahren bin ich auch aus der Kirche ausgetreten. Außer meinem Freund weiß das aber niemand, denn so sehr ich die Kirche verabscheue, das Wissen wollte ich meiner Mutter dann doch nicht zumuten…

    Karma / das Gesetz ist tatsächlich das, was meinem „Glauben“ am nächsten kommt.
    „Tue Gutes und es wird zu dir zurückkommen.“
    Ich glaube, das wollen wir durch unsere Blogs ja auch ein wenig mehr leben.
    Gerade deshalb finde ich es auch sehr mutig von dir, dass du zugibst, immer unfreundlicher geworden zu sein. Du hast dein Verhalten aber reflektiert und weißt, dass du was Ändern musst. Ich wette, du kriegst das hin. Ich glaube, alleine das Gefühl zu wissen, dass man jemand anderem etwas Gutes/Nettes getan hat, reicht schon aus, um selber glücklich zu werden.

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