Morgenroutine

Ich war früher immer ein Langschläfer. Es kam nicht darauf an, wie früh ich ins Bett ging – ich schlief immer mindestens bis 10/11 Uhr und war ziemlich genervt, wenn ich mal zufälligerweise früher wach wurde und nicht länger schlafen konnte. Das Negative an dem Ganzen war, dass ich auch meistens um 22/23 Uhr ins Bett ging. Das bedeutete, dass ich am Wochenende jeweils etwa 12 Stunden am Stück schlief. Wenn ich dann aufwachte, war der halbe Tag vorüber und dann noch etwas sinnvolles zu machen, lohnte sich nicht mehr wirklich. Somit öffnete sich der Teufelskreis, aus dem ich nicht herausbrechen konnte. Ich habe nicht einmal überhaupt daran gedacht, etwas ändern zu können.

Es änderte sich langsam, als ich mit einem Frühaufsteher zusammenlebte – ganz so toll fand ich das aber noch lange nicht. Ich konnte mich so früh morgens nicht wirklich zu etwas ermutigen. Mitte letztes Jahr änderte sich das aber schlagartig. Plötzlich hatte ich das Bedürfnis, morgens etwas zu tun und produktiv zu sein. Plötzlich war ich automatisch um 6 Uhr wach, obwohl mein Wecker erst auf 7 gestellt war. Was das genau ausgelöst hat, kann ich nicht sagen. Ich fühlte mich dennoch etwas eingeschränkt und bin daher diesem Bedürfnis nicht nachgegangen. Erst seit ich umgezogen bin und alleine wohne, habe ich mir tatsächlich das Recht genommen, einfach mal früh aufzustehen und etwas anderes zu tun als fernzusehen – ich hätte vor einem Jahr nie geglaubt, was man morgens alles schaffen kann, ohne das der Tag dirket vorbei ist! Ich stehe nun auf und überlege wozu ich Lust habe. Klar, es gibt Momente in denen bleibe ich nur eine halbe Stunde wach liegen und lasse meine Gedanken schweifen – aber es gibt auch solche, in denen ich seitenlange Texte verfasse, Videos schneide, aufräume oder lese. Und es ist so vieles erledigt, wenn ich einfach tagtäglich einen Morgen dazu gewinne. Und um ehrlich zu sein, habe ich Abends auf all das sowieso wenig Bock oder bin einfach so oder so vom gesamten Tag ausgelaugt.

Kennt ihr diese Arbeitstage (bzw. Schultage) an denen man aufwacht und einfach keinen Bock auf nichts hat. Am liebsten Zuhause unter der Decke bleiben, oder irgendwo in den Urlaub gehen – hauptsache nichts tun. Ja, so wunderschön die Arbeit auch ist, diese Null-Bock Tage existieren einfach hin und wieder. Bei mir kam das sehr oft vor, aber einfach nur weil ich Null Bock zum aufstehen hatte. Im Bett ist es so kuschelig warm und draussen einfach nur zu früh und dunkel. Seit mein Wecker aber absichtlich eine Stunde früher klingt, wird das immer seltener. Ich stehe direkt auf, setze mich hin und tue etwas, wozu ich gerade Lust habe. Damit starte ich viel motivierter in den Tag, kann auch erstmal mit etwas Ruhigem wach werden und warmlaufen. Und mal ganz ehrlich – wenn der Tag schonmal gut anfängt, ist das eigentlich schon die halbe Miete.

Aber es ist so früh

Ja, es ist früher als gewohnt. Nur ist unser menschliches Gehirn so umgebaut, dass wenn man etwas 30 Tage am Stück durchzieht, diese Sache zur Gewohnheit wird. Dann kann man es sich gar nicht mehr anders vorstellen. Die ersten Male wird es vermutlich hart – am besten ihr nehmt euch dann etwas vor, worauf ihr euch wahnsinnig freut. Zum Beispiel die Seiten eines absolut spannenden Buches weiter zu lesen, ein Projekt anzutreiben, zu schreiben, Grafiken, Fotografieren oder was auch immer euch einfällt. Dem ist keine Grenzen gesetzt, solange es absolute Freude bereitet. Wie hätte sonst aus so einem Langschläfer wie mir, einfach eine Person werden können, die am Wochenende nicht mal mehr bis 9 Uhr schlafen kann?

Ein Tipp?

Sehr unterstützend fand ich auch jeweils die Beiträge von Chrissi. Seht euch hier die komplette Serie, angelehnt am Buch „Miracle Morning“ an. Sie erzählt hier von ihrem Weg zum Märchen des glücklichen Morgens. Schon bevor ich mich bewusst dazu entschieden habe, Morgens früher aufzustehen, hat Chrissi von ihrer Morgenroutine berichtet. Ich muss wohl nicht erwähnen, dass ich inspiriert war und das auch sofort umsetzen wollte. Schaut euch die Reihe mal durch, denn hier sind einige nützliche Tipps und Erfahrungen aufgeführt 🙂

2 comments / Add your comment below

  1. Ich habe ja ehrlichgesagt darauf gewartet, dass du so einen Beitrag veröffentlichst 😀

    Es ist genial, dass du dich da so gewandelt hast!
    Schlafen ist schön – da gibt es nichts dran auszusetzen – und manchmal möchte ich auch den ganzen Tag nichts anders tun als nur schlafen. Aber wenn man dann mal wirklich drüber nachdenkt, wie viel Zeit man damit verschenkt…
    Aber um wirklich aufstehen zu können, braucht man etwas, das einen antreibt. Bei dir finde ich es interessant, dass du einfach ein Gefühl hattest, etwas Produktives tun zu müssen, und deshalb aufgestanden bist. Oder?
    Bei mir war das wirklich von vorn herein ein Plan, „ich stehe morgen früher auf, um das, das und das zu tun“.

    Zum Glück funktionieren beide Varianten so gut! <3
    Da darfst du dir dann auch ruhig mal wieder einen Gammeltag im Bett gönnen (mit dem Laptop kann man da ja auch produktiv sein :D)

  2. Ich glaube wenn ich könnte würde ich die hälfte meines Lebens im Bett verbringen. Na gut nicht ganz so schlimm und gerade im Sommer setzte ich mich stets frühs auf dem Balkon, um mit Musik in den Ohren zu frühstücken. Was anderes brauche ich eigentlich gar nicht um meinen Tag zu beginnen und um es genauer zu formulieren, ist es bei mir die Musik. Gerade an Tagen wo ich mich nicht auf einem Balkon hinsetzen kann, reicht es mir, wenn ich einfach Musik laufen lasse (so laut das meine Umwelt ausgeschaltet ist) und meine Gedanken kreisen lasse.

    Wirklich früher dafür AUFSTEHEN tue ich aber dennoch nicht bzw würde das nicht so formulieren, da ich dabei ja trotzdem meistens im Bett liege. Wach, aber nicht aufgestanden. Trotzdem klingelt mein Wecker eigentlich immer ne Stunde bevor ich eigentlich aufstehen muss. Nur nicht, wenn mein Freund noch weiterschlafen könnte. Da denke ich irgendwie immer, dass ich ihn nicht unnötig ne Stunde früher wecken will. Außerdem bin ich eh immer mindesten ne Stunde früher wach. Ganz automatisch. Der Wecker ist eigentlich nur dafür da, damit ich die Möglichkeit wieder einzuschlafen verhindern kann.

    Ich war ja bei Chrissi schon fasziniert wie begeistert sie früher aufsteht, um so viel zu erledigen. Sofern ich nicht gerade für einen Urlaub, Ausflug oder besonderem Treffen aufstehe, habe ich zu null Lust. Ich könnte auch gar nichts machen, da ich ohne meine erste Portion Musik und genug Schlaf eh nicht kreativ für irgendwas wäre. Und beim Freund im Bett liegen zu bleiben, wo es so schön warm und kuschlig ist, ist dann doch immer schöner x’D Ich glaube bevor ich zur frühaufsteherin werde, sollte ich es schaffen in der Nacht nicht alle paar Stunden aufzuwachen, damit ich durchschlafen kann.

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