Allein-Sein ohne Einsamkeit #selftime

… Ich war nie allein. Ich konnte mich nie auf mich konzentrieren, weil ich immer jemanden an meiner Seite hatte, der mir wichtiger war als ich selbst. Kaum hatte ich das nicht mehr, ging es mir mies – nicht wegen der Trennungs-Geschichte. Sondern weil ich dann nur mich hatte, ohne zu wissen wer ich bin und was ich eigentlich möchte. Da bin ich jetzt soweit und frage mich – ist es so schlimm alleine zu sein? Um mich rum machen Leute schluss, trauern dann, um aber gleich danach jemanden Neues zu suchen. Ist es denn so schlimm einfach mit sich selbst allein zu sein? Sich um sich selbst zu kümmern und sich persönlich zu verwirklichen? …

… Ich will mich selbst sein, erfahren wer ich bin und erreichen was ich will. …

… nach einiger Zeit, wenn man weiss, dass man selbst die wichtigste Person ist und auch so handelt…. dann kann das auch sehr schön werden. So bin ich gerne allein, denn diese Art von Unabhängigkeit ist ein sehr gutes Ziel. Und ich weiss, dass ich auf einem sehr guten Weg dazu bin. …

(Auszüge aus dem Beitrag Warum ich allein sein möchte)

Im Sommer begann für mich die Phase der kompletten Änderung – ich war allein und konnte damit nicht umgehen. Als mir klar wurde, wie bescheuert das eigentlich ist, habe ich begonnen mich damit auseinanderzusetzen. Wenn nicht ich selbst mit mir alleine sein kann, wer soll es dann tun?! Ich habe von da an meine eigenen Entscheidungen getroffen – manche davon waren vielleicht nicht ganz so optimal, dennoch zu dem Zeitpunkt richtig. Ich habe begonnen zu tun und zu lassen was ich möchte. Ich habe dadurch herausgefunden, was ich eigentlich will.

Grosser Punkt. Denn woher will man wissen, was man eigentlich möchte, wenn man sich nie Zeit für sich selbst nimmt? Wenn man praktisch das komplette Leben nach den Regeln anderer gelebt hat? Wie soll man überhaupt weiterkommen, wenn man nur darauf achtet, wie es bei anderen Personen ankommt? Wenn die einzigen Gedanken sich darum drehen, ob Andere das gut finden würden oder nicht? Fragen über Fragen – und ich weiss, es ist überhaupt nicht leicht, das zu begreifen, wenn man mitten drin steckt. Noch schwieriger ist dann die tatsächliche Entscheidung, sich in das grosse Loch des Allein-Seins zu begeben, vor dem man immer Angst hatte. Ich denke fast, dass es jedem so geht oder mal so ergangen ist (vielleicht irre ich mich ja). Ich für meinen Teil habe das getan. Und zwar schneller und früher als gedacht – statt im April bin ich bereits im November völlig überstürzt in meine eigene Wohnung gezogen. Es war für mich selbst die beste Entscheidung die ich treffen konnte – zumal ich mich seit dem Wegzug vom Elternhaus zum ersten Mal endlich wieder so fühle, als hätte ich ein richtiges Zuhause.

Allein ist nicht gleich einsam!
Allein sein kann sehr schön sein. Sobald mir bewusst war, was ich machen will und endlich auch mal nur das getan habe, was ich möchte, fand ich es schön mit mir. Ich war plötzlich glücklich, ohne Einfluss von anderen. Nur mit mir selbst und mit dem was ich tat. Und ja, dass ist das schönste Gefühl was ich am Allein-sein erleben durfte.
Nur leider gibt es manchmal öfters – manchmal weniger oft – die Situation, dass man Einsam ist. Um zu unterscheiden: Einsam kann man auch in einer Beziehung sein. Einsam kann man auch unter einer Menschenmenge von über 1000 Personen sein. Wenn aber wirklich das Gefühl von Einsamkeit aufkommt – was dann?

Ich fühl mich sehr oft sehr einsam – ja ich gebe das sogar zu. Was ich dann tue? Mich ablenken. Ich mache tausende von unwichtigen Dinge, manchmal lenke ich mich auch mit den Blogs ab, mit langweiligen Handyspielen, Musik oder Netflix. Doch was wenn alles ablenken nicht hilft oder sogar die Überwindung hierfür nicht reicht? So ging es mir letzten Sonntag. Manchmal wenn ich mich in Gesellschaft befinde und danach plötzlich alleine bin, brauche ich einige Zeit um mich selbst wiederzufinden. Mich zu sammeln. In den meisten Fällen ist das ganz einfach – ich komme durch die Tür, atme tief ein und ich bin angekommen. Ich bin komplett bei mir und alles ist in Ordnung. Doch letzten Sonntag kam etwas auf, was ich so nicht umgehen konnte. Ich wusste einfach nicht was ich mit mir selbst anfangen sollte – nach so einem Kampf um alleine glücklich sein zu können, war das wie ein Schlag in die Fresse. Nichts half, bis mir bewusst wurde – ich muss hier raus! Gesagt getan – es half. Es half echt überraschend gut. Vielleicht merke auch nur ich das so spät, weil ich ein typischer „Drinnie“ bin und nie wirklich einfach so mal raus gehe. Aber es hat mich extrem geerdet. Einsamkeit kommt meist von dem Gefühl nicht geliebt zu werden – nichts wert zu sein – niemandem etwas zu bedeuten. Doch wenn dieses Gefühl erst aufkommt bedeutet das auch, dass man sich selbst nicht mehr sonderlich mag. Die ganze Situation nicht mag.

Also machte ich mir meine neue Tee-Thermoskanne bereit und ging raus. Lief einfach und schaute mir an, in welcher Gegend ich hier eigentlich wohne – war bitter nötig nach fast einem halben Jahr. Danach fuhr ich mit dem Auto rum – und alles tat einfach nur gut. Ich hab mich wieder gefunden. Ich hatte die komplette Fixierung wieder auf mich. Was mich auf die Idee brachte – wenn es doch so gut tut, weshalb mache ich das nicht öfters? Und das ist der Plan. So gut es geht, werde ich ab jetzt einmal im Monat Zeit mit mir selbst verbringen – ausserhalb meiner vier Wände. Es wird sowieso mal Zeit, dass ich mehr von meiner Heimat entdecke. Und mit wem geht das besser, als mit mir selbst? All das möchte ich natürlich irgendwie auch festhalten. Daher kommen zukünftig unter den Empfehlungen in unregelmässigen Abständen Beiträge mit dem Tag #selftime – was ich mit mir erlebe und welche Erkenntnisse ich daraus ziehe.

 

Wie sieht es bei dir aus? Kennst du die positiven Seiten vom Alleine-Sein? Kennst du dieses Gefühl von Einsamkeit? Was hilft dir persönlich dabei, aus dem „Loch“ herauszukommen?

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