Veränderungen #4

Als ich mit dem Blog angefangen hatte, war ich gefühlt so bei 0. Ich wollte alles ändern – mich, mein Leben und meine Ziele. Jetzt, etwa genau ein Jahr später fühle ich mich noch nicht ganz so verändert. Es gibt einige Dinge, die ich gelernt und mir angeeignet habe, doch ich fühle mich noch nicht so, als wäre seither tatsächlich etwas Grundlegendes besser geworden. Das alles führte zu dem Anlass, dass ich mir mal wieder viele Gedanken gemacht habe. Dabei habe ich tatsächlich gemerkt, dass es nicht um die Veränderungen innerhalb eines Jahres geht. Ich bin durch mein komplettes Leben immer im Wandel. Um mich dessen bewusst zu werden und auch bewusster erkennen zu können, dass ich mich dennoch sehr weiterentwickelt habe, wollte ich nun eine kurze Zusammenfassung von den wichtigsten Punkten aufzeigen.

Ich rede
Klingt komisch, aber das war tatsächlich ein Kraftakt. Ich war ein schüchternes Kind. Sehr schüchtern. Ich habe nur mit meinen Eltern und meinem Bruder geredet. Alle anderen kamen kaum an mich ran, egal ob Freunde oder Familie. Das hielt sich bis etwa 5 oder 6 Jahre. Als ich eingeschult wurde, sagte ich zum ersten Mal ein Wort – meinen Namen. Von da an kam es mir vor, als würde ich verdammt viel reden. Nun. Tat ich überhaupt nicht, doch der Unterschied war für mich riesig. Auch später habe ich es geschafft, Freunde zu finden, was sich sonst nie wirklich als Möglichkeit dargestellt hatte. In meinem jetzigen Umfeld, bemerken alle wie ich nur noch Schrott labere – und denken zurück an die Zeit vor 4-5 Jahren, als ich noch extrem ruhig war. Für sie. Für mich war es, als würde ich nur noch reden. Es war anfangs immer eine totale Überwindung – ich kann jetzt noch in gewissen Situationen nichts sagen. Hauptsächlich wenn es emotional eher tiefer geht. Aber das ist wohl einer der grössten Veränderungen, die ich geschafft habe.

Ich mag mich
Selbstliebe – ein grosses Wort. Jeder kennt es, wenige geben zu, dass sie sich selbst nicht mögen. Wenn mich jemand fragt, ob ich mich selbst liebe, sage ich natürlich ja. Ich liebe mich. Aber tue ich das wirklich genug? Ich bin wohl nicht ganz am Ziel angekommen, doch ich denke ich mag mich immer mehr. Ich habe im letzten Jahr sehr viel Zeit mit mir verbracht und herausgefunden, wer ich eigentlich bin. Was ich an mir mag und was vielleicht eher weniger. Ich habe gelernt, mich so zu akzeptieren, wie ich wirklich bin. Und ich lerne weiterhin. Ich lerne mich kennen und ich mag es wie ich bin.

Selbstvertrauen
Ja, wer so schüchtern ist, dem mangelt es auch grundsätzlich an Selbstvertrauen. Mir kommt es vor, als wäre ich bereits ohne jeglichen Funken davon geboren worden. Es hat einige Zeit gebraucht, um mir etwas davon anzueignen. Ich wollte es dadurch allen recht machen, was eigentlich gar nicht so schlecht war. Durch das Feedback habe ich auch erfahren, dass es Dinge gibt, die ich wirklich gut kann. Durch alles was dadurch zu mir zurück gekommen ist, habe ich begonnen an mich selbst zu glauben. Auch wenn es meistens als etwas Schlechtes dargestellt wird (auch von mir), braucht es das manchmal einfach. In dem Fall war es sehr gut – denn so lernte ich, dass ich etwas kann. Das ich jemand bin.

Ich bin mutiger
Ja, okay. Ich bin noch immer eine riesige Memme. Aber ich habe mich getraut, mich vor anderen zu lösen. Ich habe mich endlich nach einer Ewigkeit mal getraut, so zu sein wie ich bin. Ich habe einfach meine Sachen gepackt und bin entgegen meiner Vernunft weggezogen – es war die beste Entscheidung. Ich fange langsam an, mehr nach meinem Gefühl und weniger nach meinem Kopf zu handeln, auch wenn es manchmal irre ist. Aber es hat mich zu guten Ergebnissen geführt. Für all das musste ich extremen Mut in mir zusammen kratzen – Mut, um alles alleine durchzuziehen – Mut, um alle anderen Meinungen (die auch recht hatten) zu ignorieren und nach mir selbst zu handeln.

 

Das waren nun vier wichtigen Punkte. Es gibt noch einige Kleinigkeiten, die ich nun nicht erwähnt habe. Aber wenn ich die Entwicklung innerhalb der letzten 20 Jahre betrachte – bin ich viel weiter als mir überhaupt jemals bewusst war. Vergleich mal dich selbst, wie du jetzt bist und wie du vielleicht mit 5 oder 10 warst. Oder als Teenie. Oder vor 5 Jahren. Was hat sich geändert?

4 comments / Add your comment below

  1. Hallo Jolly 🙂
    Ich bin ein recht neuer Leser auf Deinem Blog, bin aber bereits bei diesem „ersten“ Eintrag froh, hier gelandet zu sein.
    Bisher hab‘ ich nur ein bisschen gestöbert, aber Dein Blog hört und liest sich sehr interessant und inspirierend an und durch deinen angenehmen Schreibstil und Deine Art liest es sich sehr schön 🙂

    Bis Bald

  2. Ach Jolly, ich find es so schön zu sehen, was für große Veränderungen sich in deinem Leben tun!
    So lange kenne ich dich ja noch nicht, aber ich denke schon, dass du dich wirklich weiterentwickelt hast. Man merkt, dass du sehr reflektiert mit dir selbst umgehst.
    Gerade den Punkt „Ich mag mich“ finde ich schön. Da bist du mir einen großen Schritt voraus – aber so kann ich dich als Vorbild nehmen. <3

    Und zum Thema Mut sei noch gesagt: Es ist schon mutig, so offen zu seinen Schwächen und Veränderungen zu stehen, wie du es hier tust. 🙂

    Liebe Grüße!

    1. Ach was. Ich hab da so ein Gefühl, dass du gar nicht so weit davon entfernt bist, wie du meinst. Zumindest so wie ich dich bisher kenne 🙂 Das kommt alles noch mit der Zeit 🙂

      Komischerweise brauche ich hierfür nicht mal sonderlich Mut. Damit hatte ich irgendwie noch nie Probleme – ich finde es hingegen dafür viel schwerer sich einzugestehen, tatsächlich etwas gut zu können. Oder nicht zu Bescheiden zu sein.

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