Be positive?!

Eigentlich habe ich im moment null Zeit für so einen Post – doch ich kann irgendwie doch nicht anders. Meine Abwesenheit hat einiges bewirkt und auch einige Erkenntnisse gebracht, die ich euch gerne näher bringen würde. Somit wird das eher ein Gedankenkarussell à la Jolly zum positiven Denken.

Mit Interactive Designs habe ich über das positive Denken und Handeln geschrieben. Wir sollen die Welt stets bunt sehen, es ist alles wahnsinnig schön. Nicht?! Nachdem das bei mir persönlich mehr oder weniger scheiterte, kam Jolly Tallica. Also ich und nur ich. Mit allem positiven und negativen. Doch was genau ist passiert? Nachdem die erste Zeit sehr motiviert und gut lief (ich hatte zuvor nie wirklich jede Woche etwas online gebracht!) wollte ich mehr. Wöchentliche Posts, wöchentliche Best of’s, wöchentliche Youtube Videos. Ich musste mir einen Plan machen, was ich wann mache. Und egal worauf ich verzichtete und was ich änderte – ich wurde schlichtweg nicht glücklich. Auch wenn alles von mir in Jolly Tallica steckte, fehlte doch etwas. Darum habe ich mich Ende Mai dazu entschieden, einfach nichts mehr zu tun. Ich kam nicht weiter und brauchte von allem eine Pause, in der ich versuchte herauszufinden was mir im Allgemeinen fehlt.

„Was immer Du fühlst ist eine perfekte Reflektion dessen, was dabei ist, sich zu verwirklichen.“ – Rhonda Byrne

Ohne dass es mir bewusst war, fiel ich dadurch in ein Loch. Das zieht sich immernoch, auch wenn es langsam aufwärts geht. Nach meinen Ferien wurde mir einiges bewusst – positives Denken brauch einiges an positive Gefühle, ansonsten wird es zu einem einzigen Kraftakt, den ich zu spüren bekommen hatte. Ich wollte positiv bleiben. Doch da ich nicht realisierte, dass gewisse Umstände nicht wirklich positiv waren, nahm es mir die ganze Energie. Und wir, die wir doch so erpicht auf unsere Selbstverwirklichung sind, können das so nicht annehmen. Versteht mich nicht falsch, ich liebe es zu schreiben. Ich habe bereits als Kind angefangen eigene kleine Bücher zu basteln und diese dann vollzuschreiben. Ich kann nicht ohne, das hatte ich bereits versucht.

Fühle Dankbarkeit, richte Deine Aufmerksamkeit auf das in Deinem Leben, wofür Du dankbar sein kannst.

Also ging ich in den letzten Monate auf die Suche. Ich stellte fest, dass ich keinen Drang verspürte zu schreiben, zu drehen oder zu fotografieren. Ich tat es, einfach nur weil ich so etwas nunmal tue. Ich tat es mal gerne, doch es wurde immer mehr zu einem Zwang. Also musste es für mich doch etwas anderes geben – und da bremste es, denn mein Verstand wehrte sich gegen alle möglichen Variationen. Andere Berufe, Weiterbildungen, andere Wege, andere Optionen. Alles was mir zunächst begeisterte stiess auf einen starken Gegenwind – ich wohne alleine, ich muss mein Dach, mein Essen und mich finanzieren. Ich brachte rein finanziell und zeitlich nichts gebacken. Die Freude liess also nach und stiess mich zurück in mein Loch. Währenddessen hatte ich drei Wochen, die sich jeweils als eine Woche Urlaub, eine Woche arbeiten und nochmals eine Woche Urlaub gestalteten. Ich grübelte währenddessen und kam auf keine Lösung. Bis plötzlich folgendes auf mich zukam:

„Wünsche bestimmen unsere Prioritäten, Prioritäten prägen unsere Entscheidungen und Entscheidungen bestimmen unser Handeln.“ – Dallin H. Oaks

Man hört es nur von anderen, dass sich das Leben über Nacht um 180 Grad dreht. Ich hätte niemals gedacht, dass mir so etwas mal passieren würde, doch tatsächlich ist es nun soweit. Seit Wochen bin ich dabei, alles auf den Kopf zu stellen. Ich merkte sehr schnell, dass positives Denken einfacher fällt, wenn man auch bereit ist alles zu tun, um dahin zu kommen. Und dann klappt es auch und alles fast von alleine. Ich kann nur für alle sprechen, die es versuchen, aber keinen Schritt weiter kommen – wenn wir positiv denken und uns innerlich davon abhalten („das funktioniert im Moment in dieser und jener Situation sowieso nicht“), dann wird das auch nichts! Ich bekam ein Feedback, das mehr bewirkte als eigentlich beabsichtigt war und handelte dann auch danach.

Tatsächlich kündete ich meine Wohnung und gebe meine Freiheit in dem Sinne auf, dass ich zurück zu meinen Eltern ziehe. Ich habe mir einen Hobbyraum gemietet und neu gestrichen, in dem ich mein Büro einrichte und im Idealfall meine Klienten empfangen kann. Ich hatte nie verstanden, weshalb ich aus einer reinen Eingebung letzten Herbst einen Kurs zur Bachblüten-Therapeutin gemacht hatte, doch nun gibt es Sinn. Denn mein weiterer Weg führt mich doch tatsächlich in die Richtung Komplementärtherapie! Als erstes fängt das mir einer 3 Jährigen Ausbildung als Craniosacral-Therapeutin an. Je nach dem wie die Situation dann aussieht, spiele ich mit dem Gedanken von weiteren 3 Jahren, die ich mit einer Ausbildung in angewandter humanistischer Psychologie verbringen werde. Ich arbeite hierfür zwar weniger, gehe aber dafür in eine Richtung, die für mich perfekt passt. Das ganze kam bereits letzten Herbst auf, doch da dies damals aus meiner Sicht überhaupt nicht möglich war, stiess ich jetzt erst darauf. Manchmal braucht es Zeit und ein wenig anstoss, bis man dafür bereit ist. Doch früher oder später, klappt alles schneller als man denkt.

Wir haben alle zwei Leben: Das zweite beginnt, wenn wir realisieren, dass wir nur ein Leben haben

Die Zeitspanne zwischen der Idee und dem tatsächlichen Entscheid betrug tatsächlich nur eine Nacht – eine schlaflose Nacht, mit Aussicht auf 4 Stunden Rückflug von Lanzarote in die Schweiz. Am Tag nach der Ankunft fing bereits die erste Umsetzung an. Und wurde von Woche zu Woche mehr. Der Entscheid fiel Anfang Juli. Nun ist August und in zwei Wochen ziehe ich um. Ich befinde mich zwischenzeitlich weiterhin in einem nicht-positiven Zustand, denn alles mehr oder weniger allein zu bewältigen, macht aus dem angenehmen Allein-Sein eher das traurige Einsam-Sein. Doch diesmal lässt sich immerhin das Ende dieses Zustandes erahnen. Denn im März 2018 darf ich wieder die Schulbank drücken – das erste Mal zu einer Thematik, die mich tatsächlich interessiert.

Ich habe mich ewig gefragt, ob ich das hier öffentlich niederschreiben soll – keine Ahnung weshalb. Eigentlich wollte ich mein ganzes Zeug für den Umzug packen, doch ich bin aus unerfindlichen Gründen hier gelandet. Vielleicht nützt es hier jemandem von euch, vielleicht kann ich einige auch motivieren euren eigenen Weg zu finden (sofern das noch nicht so ist).

Ich danke euch,
Jolly <3

1 comment / Add your comment below

  1. Liebe Jolly,

    ich glaube, es musste sogar sein, dass du diesen Text schreibst.
    Mich jedenfalls holt er total ab und macht mich glücklich – für dich!

    Du kannst es dir schon denken: Ich kann deine Situation sehr gut nachvollziehen. Zwar ist mein persönliches Tief durch andere Dinge entstanden, aber ich kenne dieses „gezwungene positiv bleiben“. Das einzige, das darauf folgt, ist eine Blockade. Weil du plötzlich die Dinge, die dir eigentlich Freude bringen, nur noch tust, um deinen eigenen Erwartungen gerecht zu werden.
    Und egal, was man versucht – es wird nichts. Man findet keine Worte, kann keine schönen Fotos mehr machen, usw.
    … du hast es ja erlebt.

    Dass dein Beitrag, bzw. dein Leben 😀 so eine Wendung nimmt, macht mich gerade total happy!
    Da spricht wieder Positivität aus dir, und zwar keine gezwungene!

    Die Craniosacral-Therapie musste ich erstmal googeln… Klingt aber super interessant – und kontrovers, wenn ich mir den Wiki-Eintrag so durchlese. Wie kam es zu dieser Entscheidung?
    Ist der Raum, den du bei FB gepostet hast, dein zukünftiger „Firmensitz“? Wie spannend!!

    Ich persönlich habe dieses „über Nacht um 180 Grad drehen“ noch nicht erlebt. Glaube da ehrlichgesagt auch nicht dran (<- und deswegen habe ich es nicht erlebt, ha).
    Aber ich kenne diese Gedankenblitze, die plötzlich alles ins rechte Licht lenken und man wieder ins Tun kommt. Es gibt kein besseres Gefühl!

    Wie schon zu Beginn geschrieben: DANKE, dass du diesen Beitrag veröffentlicht hast.
    Trotz der Einsamkeits-Gefühle, die du immer wieder erlebst: Es wird sich alles fügen. Du wirst das durchziehen. Und du wirst Erfolg haben.
    Ich möchte mich auch so gerne wieder mit dir persönlich austauschen. Jetzt ist es schon bald ein Jahr her. Es wird Zeit 😀

    Alles Gute für dich!
    Chrissi

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