Diagnose: HSP

Bevor wir hier beginnen – entschuldigt allfällige Darstellungs- oder Tippfehler. Dieser Beitrag entsteht gerade sehr (wirklich sehr) spontan. Was in dem Fall bedeutet, dass ich keinen Zugriff auf den PC habe und alles per Handy tippe. Ich hasse es. Aber scheinbar muss der Text aus meinem Kopf raus, bevor ich überhaupt erst an Schlaf denken kann.

Eigentlich wollte ich hierzu nie einen Beitrag verfassen. Von allen die mich kennen, weiss auch nur eine einzige Person davon. Meiner Meinung nach, ist eine Diagnose nur das, was man dann auch daraus macht. Vor einigen Monaten habe ich erfahren, dass ich eine HSP bin. HSP heisst nichts anderes als high sensitive person – also kein wahrer Weltuntergang, sondern nur ein Wesenszug. Seither bin ich aufmerksamer geworden. Ich sehe die Gründe, weshalb ich bis zu einem gewissen Grad anders bin und kann mich darauf einstellen – wichtiger: Ich kann mein Denken und Handeln so lenken, dass ich besser mit allem klarkomme. In den meisten Fällen – in allen anderen Fällen liegt die Problematik an meiner nicht vorhandenen Disziplin oder die Schwierigkeit mich selbst in den Vordergrund zu stellen. Bevor ich hier aber weiterlabere, hier noch ein Video, damit ihr überhaupt wisst, worum es geht:

Dieses Video habe ich etwa vor einer Stunde entdeckt – einfach weil ich von den letzten 2 Wochen ausgelaugt war. Kein Wochenende, dauerhafte Reizüberflutung und alle letzten Umzugsorganisationen (also eher die alte Wohnung loswerden…) haben mich erschöpft. Und ich wollte einfach irgendwas – nur einen Anhaltspunkt, der mir erklärt wie ich damit umgehen soll. Nach mehreren Videos, wollte ich einfach nur noch tippen – es trifft einfach jeder einzelne Punkt auf mich zu, was mich total fasziniert, verängstigt und überfordert. Voilá da sind wir nun. Ich liege auf dem Boden (also auf meiner Matraze. Die liegt am Boden und ich drauf. Ich finds echt cool), tippe in meinem Handy rum und versuche nicht zu sehr am Stromkabel zu reissen. Und wisst ihr was? Es erleichtert tatsächlich. Als würde der ganze Stress erst mal abfallen.

Dass ich diese Diagnose habe und das hier schreibe, ändert tatsächlich nicht im geringsten etwas an dem wer oder wie ich bin. Ich war schon immer so und habe mich desöfteren einfach nur gefragt, ob ich wohl weniger belastbar bin als andere?! Der einzige Unterschied ist nun, dass ich selbst nun weiss weshalb ich sensibler bin. Ehrlich, ich kann das Wort nicht ausstehen, weil es oft mit so einem negativen Beigeschmack verbunden ist und meine Selbstzweifel immer nur mehr angekurbelt hatte. Aber ich weiss nun, dass es nicht daran liegt, dass ich weniger ertragen kann – sondern eher, dass ich einfach zu viel wahrnehme. Und um ehrlich zu sein, hilft mir dieses Wissen enorm in alltäglichen Situationen.

Das wars eigentlich soweit (ja, sie wollte sich mal wieder einfach nur mitteilen). Ich weiss nicht, ob ihr jemals 480 Zeichen auf dem Handy getippt habt – es ist jedenfalls anstrengend… für alle, die sich noch weiter dafür interessieren, folgt noch ein Pro/Kontra Video zu HSP. Allen anderen: Gute Nacht und geniesst das Wochenende!

5 comments / Add your comment below

  1. Es ist schön mal wieder von dir zu lesen und danke dir fürs teilen <3
    Ich habe von HSP bisher nur zwei Mal in meinem Leben gehört. Ein Mal als mich mein Lehrer in der Ausbildung fragte ob ich das habe und ein mal vor kurzem von einem Mädel, dass mit mir zusammen das Studium angefangen hat. Sie erzählte, dass sie das hat und wieder mal frage ich mich, woher man denn raus findet, dass man das wirklich hat? Also wer.. bestätigt das einem quasi? Rein theoretisch wüsste ich schon gerne, ob die Vermutung zu mir tatsächlich wahr ist oder ob ich nur denke, dass vieles auf mich zutrifft.

    1. Hallo Franzi <3
      Vielen Dank für deinen Kommentar und schön hast du vorbeigeschaut <3

      Das Thema ist ziemlich schwer. Ich bin einmal durch ein anderes Youtube Video drauf gestossen und dachte dort schon, dass es irgendwie passt. "Bestätigt" hat es mir eine Psychologin, die bereits mehrere Patienten hatte mit dem "Problem". Jedoch auch nur mit vorbehalt. Es kann ja sein, dass viele Punkte einfach zutreffen können, weil man in letzter Zeit eine schlechte Phase hatte. Ich habe mich danach aber reingelesen und das ganz gut für mich selbst bestätigt - mir geht es seit der frühen Kindheit so und ich habe immer mal bewusst, mal unterbewusst, den Unterschied zu anderen Kindern gemerkt.

      Du kannst dich mal einlesen oder Videos auf Youtube durchgehen. Wenn du denkst, dass es zu dir passt, wird es das wohl auch. Evtl stösst du dabei auch auf was anderes, was besser passt. Darum meinte ich - eine Diagnose ist nur das, was man daraus macht. Ich hab es akzeptiert, konnte es aber nie ausdrücken bzw. definieren. Darum hatte mich das Video vom Elliott Tender so fasziniert, dass ich direkt einen Beitrag verfasst habe - er ist der erste, der genau in Worte fassen kann wie es mir tatsächlich geht, bevor ich es konnte.

      Was tust du wenn es dir jemand diagnostiziert (Arzt, Psychologe, Schamane, what ever) und du findest, dass es nicht passt? Oder was wenn jemand davon das abstreitet ohne einen besseren Vorschlag zu bringen, es für dich aber wie die Faust aufs Auge passt? Wenn letzteres mir passieren würde, würde ich wohl nicht daran glauben... entscheiden kannst somit nur du.

      Fühl dich gedrückt <3

      1. Was ich tun würde, weiß ich ehrlich gesagt gar nicht. Spontan musste ich nur an „wenn es keinen Namen hat, existiert es nicht“ denken. Erst vor kurzem unterhielt ich mich darüber, dass heutzutage jede Krankheit und jede sexuelle Ausrichtung ein Namen hat und wir nicht mehr hinterher kommen. Ob ich mich anders verhalten würde, wenn ich doch mal zu nem Psychologen gehe und er mir sagt das ich HSP habe bzw das ich Depression habe. Ich denke nicht. Ob ich das dann daher brauche? Gute Frage.
        Früher habe ich mich beim Thema Sex immer abnormal gefühlt, da ich nie so gedacht oder gefühlt habe, wie meine Freunde und all die Menschen, denen man sonst so im Leben oder im Internet begegnet. Den Begriff „Asexuell“ hatte ich zwar schon mal gehört, aber erst als ich mich dann doch mal damit beschäftigte, fiel mir auf, dass das doch alles auf mich zu trifft und irgendwie.. fühlte ich mich, spätesten nach lesen von Erfahrungsberichten, naja.. gut. Weißt du was ich meine? Jetzt wo ich quasi einen Namen dafür habe und auch weiß, dass ich nicht alleine bin, fühle ich mich nicht mehr so abnormal.
        Ich denke es ginge mir mit HSP und Depressionen etwa ähnlich. Klar ist es ebenfalls bekannt, dass man damit nicht alleine ist, aber es bestätigt zu haben, ist dann doch etwas wie „okay ich bilde mir das nicht ein“. Bin da doch irgendwie etwas merkwürdig. Bei Krankheiten will ich das erst von „Fachleuten“ hören, bevor ich es tatsächlich glauben kann. Es existiert halt einfach vorher nicht. Wird verdrängt.

        1. Ich versteh was du meinst – es reicht meistens auch einfach zu wissen, was eigentlich los ist bzw. weshalb es nunmal so ist wie es ist. Ich denke den Begriff Asexuell hast du dir auch nicht bestätigen lassen? Dennoch geht es dir besser, so wie ich das verstanden habe.

          Das Gefühl sich etwas einzubilden, kommt meistens von aussen – von Personen, die nicht an sowas glauben oder das herunterspülen. Da ist es wirklich eine Erleichterung, dass es wirklich existiert (in meinem Fall glaube ich, dass die wenigsten überhaupt etwas davon merken, da ich genau deshalb schon von Klein auf versuche, mir nichts anmerken zu lassen). Ging mir in dem Fall doch auch so. Einfach zu wissen, dass bei mir nicht einfach grundsätzlich alles anders ist, sondern auch die Hintergründe dazu zu kennen, hilft schon enorm. Manchmal ist es einfach zu viel und zu verwirrend, um selbst dahinter zu kommen. Trotz den Fortschritten, die wir gemacht haben (bei dir sehe ich übrigens sehr grosse Fortschritte!), kann sowas dennoch eine grosse Erleichterung bringen.

          Das Wort Krankheit finde ich in den genannten Beispielen etwas übertrieben. Ich finde vieles wird zu schnell als eine Krankheit definiert (Depressionen möchte ich mal ausschliessen). Aber die Begriffe HSP und asexuell würde ich nicht als Krankheiten ansehen – eher als würde die gesamte Menschheit helle Schokolade mögen und 5% davon nur dunkle. Und ich kann helle Schokolade halt einfach nicht ausstehen. Das sind nunmal einfach Vorlieben und Charakterzüge die man einfach hat – das als Krankheit zu betiteln bauscht alles nur zu sehr auf.

          Ich werde wohl bei Gelegenheit unseren Gruppenchat nochmals auffrischen – wir wollten doch Urlaub machen, das ging alles in letzter Zeit ziemlich unter bei mir ❤

          1. Bei mir geht das mit Urlaub und uns sehen ja auch unter.. ich mach das zwar ungern aber *hust* siehe dem heute erschienenem Blogbeitrag* aber JA du hast Recht. Eigentlich sollte man das nicht so als Krankheit bezeichnen.. ist irgendwie im Kopf drinnen.

            Wir müssen uns echt mal wieder öfter unterhalten <3

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