Gibt es ein perfektes Leben?

Hola ihr flauschigen Kreaturen!

Unterdessen wisst ihr ja bestimmt von welcher Sparte ich komme – oder auch nicht. Früher hatte ich mit meinem Blog Interactive Designs viele Ideen zum Thema Positivität. Viele Beiträge schrieb ich über das positive Denken sowohl auch Techniken bzw. Hintergrundgedanken dazu. Ich wollte und will auch noch immer jeweils meine Erkenntnisse weitergeben. Doch seit Jolly Tallica existiert, sind heute leider auch Beiträge darunter, die meine Klickzahlen massiv reduzieren – Beiträge, die Leser scheinbar an meinem „Recht“ dazu positive Dinge zu schreiben, zweifeln lassen (no shit, guys).
Ich mache euch hier einige Beispiele:

Veränderungen #4
Ersten Sätze: Ich fühle mich nicht so, als wäre etwas grundlegendes besser geworden.

Ich bin nur ein grosser Träumer…
Ersten Sätze: Kennt ihr diese Tage, an denen einfach nichts mehr funktioniert?

Manchmal…
… sollte man einfach eine Pause machen.

Be positive?!
Anfängliche Aussage: Trotz aller Mühe fehlt mir etwas in meinem Leben.

Diagnose: HSP
Eine Person, bei der schnelle Überforderung diagnostiziert wird, möchte weiterhin Tipps und Beiträge über Lebensverändernde Entscheidungen bloggen?!

Ehrlich – ich zweifle manchmal selbst an diesem „Recht“. Auch an dem „Recht“ therapeutisch tätig zu werden. Doch ich tue es trotzdem und berichte darüber – und darum geht es. Mir ist bewusst, dass solche Worte nicht gerade motivierend sind und dadurch meine ohnehin tiefen Besucherzahlen verringert werden – es ist mir nur piep egal. Schaut euch die wunderbaren lifestyle-Blogger an, die sich vegan, mit Yoga und Meditationen das Leben erhellen. Sie motivieren und bauen so ihr Business auf. Ich finde das überhaupt nicht verwerflich. Toll, wenn alles so wunderbar klappt, ganz ehrlich! Doch ich finde mich als Leserin selbst nunmal ein wenig unfähig. Es mag an mir liegen, doch bei den vielen Kritikern und Skeptikern da draussen, glaube ich das weniger. Somit kommen wir langsam auch zum eigentlichen Thema.

Schlechte Tage werden ausgeblendet

…was ich vollkommen nachvollziehen kann. Ich habe auch keine Lust über meine Ich-stecke-meinen-Kopf-unters-Kissen-und-komme-nie-wieder-hoch-Tage zu blogggen, wenn es eigentlich darum geht, dass das Leben nur noch glücklich sein soll. Doch ist es nicht genau das, was fehlt? Wenn ich wirklich nur erzähle, wie gut es mir geht, seit ich Entspannungs-Mandalas ausmale (no joke) und alle Leser haben zwischendurch dennoch schlechte Tage – fühlt man sich da nicht ein wenig enttäuscht? Ist da ein „Hey – ich male Mandalas und trotzdem geht es mir manchmal auch nicht gerade blendend“ nicht ein wenig authentischer? Vorallem wenn man das auch zeigt, als es nur in einem Satz zu verfassen? Ich möchte zeigen, dass es immer schlechte Tage geben wird. Auch als positiv-predigender-Veränderungsjunkie mit Kaffeesucht und Mandala-Vorliebe (okay, ja. Langsam reicht auch mir diese Metapher auch. But you know what I mean). So ist es auch nicht schlimm, wenn es dir als Hilfesuchender nebst besser nun zwischendurch auch mal schlecht geht.

Ich bin nicht besser oder schlechter als jeder andere

Nur weil ich blogge, heisst das nicht, dass ich mein Leben besser im Griff habe, als der Durchschnittsmensch. Auch nicht weil ich eine Therapeutin werden will. Das versuche ich hier auf Jolly Tallica von Anfang an zu zeigen – selbst wenn es vielleicht mal verwirrende Inhalte geben sollte, weil die mal eben nicht inspirierend sind. Ich will an mir selbst arbeiten und so wachsen und das hier auch zeigen – nicht nur die „guten“ Dinge.

Gelerntes anwenden

Was ich euch aber versuche ebenfalls zu zeigen ist, wie ich mit den restlichen Bereichen die nicht in die Kategorie „Positiv“ gehören, umzugehen. Ich bin ziemlich ruhig und reflektierend in das neue Jahr gestartet. Denn ich habe gemerkt, dass auch alle anstrengenden Erfahrungen ein Lernprozess dargestellt haben. Ja, man sagt das in der Welt ja ständig. Was dich nicht umbringt, macht dich stärker. Was das aber bedeutet, muss aber jeder für sich selbst herausfinden. Darum hier einige Punkte, die ich trotz all den nicht so motivierenden Beiträgen für mich abhaken durfte.

Im letzten Jahr habe ich gelernt,

  • dass ich meiner Intuition trauen darf
  • dass jede Emotion seine daseinsberechtigung hat
  • dass auch ich Emotionen freien Lauf lassen darf
  • dass ich mich selbst unbewusst klein mache und damit aufhören sollte
  • dass ich ehrlich sein darf
  • dass ich hinter dem stehen darf, was ich tue oder tun will
  • dass ich nicht jedem gefallen muss
  • dass ich frei von Erwartungen an andere leben sollte
  • dass die Wahrheit zu sagen, tatsächlich der beste Weg ist
  • dass es manchmal grosse Umstellungen benötigt, um auch Grosses erreichen zu können

Und jeder dieser Punkte, möchte ich euch in nächster Zeit näher bringen. Denn sie können oft mehr Energie rauben, als zur Verfügung steht. Und zu jedem dieser Punkte gibt es negative Situationen – denn ohne die gäbe es die Erkenntnisse nicht. Ich werde beides mit euch teilen. Ich werde kein patent Rezept rausgeben und sagen: So werdet ihr glücklich! Schlussendlich müsst ihr alle euren Weg gehen und durch alle Situationen selbst durch.

 

Zum Schluss noch eine Weisheit, die ich von einer Therapeutin erlangt habe:
jede Gefühlsart will anerkannt werden. Bei positiven Gefühlen fällt es uns leichter, diese auszuleben. Negative Gefühle möchten aber eigentlich auch nichts anderes und werden stattdessen verdrängt und totgeschwiegen. Dabei sind diese genauso wichtig.

4 comments / Add your comment below

  1. Hey Jolly,

    ich finde, du hast hier einen super Post verfasst! Und ich finde, du hast vollkommen recht. Fake gibt es auf Facebook, Instagram und Blogs schon genug. Natürlich liest sich etwas Negatives nicht so schön wie Sonnenschein und Strand den ganzen Tag. Aber dafür ist es echt und ehrlich. Außerdem gibt es ohne die Nacht keinen Tag, ohne Unglück kein Glück und ohne das Negative erkennen wir das Positive gar nicht mehr, selbst wenn es uns ins Gesicht schreit.
    Deswegen: Authentisch sein, ehrlich und sich nicht unterkriegen lassen.

    Ganz liebe Grüße,
    Lisa

    1. Hallo Lisa!

      Vielen Dank! Ich kenne unterdessen soviele authentische und ehrliche Menschen (und Blogger) und merke da wirklich, dass es sich richtiger anfühlt 🙂 toll, auf jemanden zu treffen, der gleich denkt! Ich kann dir in allem nur Recht geben – wer das Negative nicht kennt, wird auch das Positive nie sehen können.

      Alles Liebe,
      Jolly

  2. Hallo du flauschige Kreatur! (<- Die Anrede hat mir gleich in Lächeln ins Gesicht gezaubert!)
    Das Bild von dir ist so schön!
    Ich bin nicht ganz sicher, ob ich das richtig verstanden habe: Es gibt also Menschen, die sich daran stören, dass du auch von negativen Erfahrungen berichtest und dass eben nicht alles Friede-Freude-Eierkuchen ist, wenn man versucht, ein positiver Menschen zu werden?! Äh… what?!
    Nur weil ein Großteil der Blogger aus diesem Bereich immer alles wunderbar läuft (zumindest vor den Kulissen) ist das doch nicht die Realität.
    Ich finde diese Ehrlichkeit, die du mit deinen Beiträgen zeigst, macht gerade deine Authentizität aus. Man sieht, dass du diese Erfahrungen machen musstest, um wachsen zu können.
    Deshalb bin ich auch schon sehr gespannt auf die kommenden Beiträge! <3

    Liebe Grüße,
    Chrissi

    1. Ich würde am liebsten in der Flauschigkeit versinken!
      Und vielen Dank fürs Kompliment!

      Naja, es ist eher so, dass ich mich früher extrem mit dem Positiven beschäftigt hatte. Auf komme was wolle. Da gab es dann ein paar wenige stillen Leser, von denen ich plötzlich per Mail Feedback bekamen. Die fanden alles total toll. Hier Anfangs auch noch, aber irgendwann wurden die Stimmen leiser, Zahlen sind gesunken usw.
      Das macht mit nichts aus, ich hatte grundsätzlich noch nie die grösste Reichweite. Nur kamen dann noch Stimmen von Bekannten hinzu, die wussten dass ich auf dem Weg zur Therapeutin war/wieder bin. Das hat diejenigen dann zum nachfragen bewegt, ob das wirklich mein richtiger Weg sei. Es waren nicht wirklich viele Menschen dahinter, hat mich aber trotzdem motiviert darüber zu schreiben. Denn schlussendlich konnte ich dem nicht widersprechen, denn ich fühlte mich nie als etwas besseres als andere. Aber hey, unterdessen weiss ich, dass es zum Leben dazugehört. Auch Therapeuten sind nur Menschen und haben ebenfalls Probleme. So what?

      Danke dir für deine Worte <3

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