2 Jahre

Ich muss nun hier am letzten Geburtstags-Beitrag ansetzen. Seit zwei Jahren gibt es JollyTallica schon und ich denke, das hat hier ein Recap verdient – ich habe mich hierbei von den Recaps der lieben Chrissi inspirieren lassen. Hier findet ihr die Auflistung, was sich in dieser Zeit verändert hat.

Umgebung

Als ich den Blog gestartet habe, wohnte ich noch mit meinem Ex zusammen (wir haben uns direkt am Abend nach der Gründung getrennt – Zufall, ehrlich!) Eigentlich hatte ich noch vor, ein Jahr dort zu wohnen. Es ging jedoch nicht. Manchmal muss man abgeschlossenes nunmal richtig abschliessen. Danach ging es für mich wieder in eine eigene Wohnung. Ich konnte mich dort einrichten, wie ich wollte. Ich konnte mich dort zum ersten mal richtig entfalten. Ich konnte ich sein und mich richtig ausleben. Die Ruhe war Anfangs sehr merkwürdig, hat sich aber zu einem guten Freund entwickelt. Ausbildungsbedingt blieb ich nur 11 Monate. Somit back to the roots – wohne ich seit September wieder bei meinen Eltern und habe einen separaten Raum (an einem anderen Ort), den ich momentan als mein „Büro“ verwende. Ich bin also in den letzten zwei Jahren zwei Mal umgezogen.

Brötchen verdienen

Damit meine ich nicht echte Brötchen. Naja gut, Brötchen gehen natürlich auch! Das war eines der grössten Probleme, die ich seit 10 Jahren habe. Bei uns ist es üblich, dass man nach der 3. Oberstufe (9. Klasse) eine Ausbildung sucht. Ausser man geht ins Gymnasium, da wird 3 Jahre weiter gelernt und danach vielleicht noch studiert. Ich war 16 Jahre alt, hatte keinen Plan was ich machen soll, geschweige denn nach der Hirnoperation überhaupt Bock darauf etwas zu machen. Wenn man mit meinen Durchschnitts-Noten nicht weiter weiss, gibt es hauptsächlich eines: eine Kaufmännische Ausbildung. Da geht man 3 Jahre lang zur Schule und arbeitet nebenbei gleichzeitig in einem Büro. Und macht so Bürodinge. Tippen, Drucken, Kleben, Tackern, Kaffee trinken. Die Sparte ist sehr abwechslungsreich – mit dieser Ausbildung kann man eigentlich in jede Sparte wechseln. Da gibt es Reisebüros, Gesundheitsbranche, Sicherheitsbranche und noch tausende mehr. Also an sich keine schlechte Idee. Leider wusste ich schon immer, dass das nicht alles sein kann. Ich kann doch nicht bis ans Lebensende nur vor dem PC sitzen und Büroarbeiten machen.

Ich habe vieles ausprobiert, so auch die letzten zwei Jahre. Einfach um es getan zu haben. Ich versuchte mich als Influenzer (ich hasse das Wort eigentlich). Da wäre zum einen die Hoffnung, dass der neu gegründete Blog Menschen anzieht (nicht, dass ich darauf aus war. Es wäre nur toll gewesen, um Brötchen reinzuholen). Dann versuchte ich mich an Youtube (da stellte ich mir schon vor, die Steaks zu den Brötchen zu finden) und ans Backen. Ich hatte sogar Gesangsunterricht und brachte mir selbst Klavier bei! Nichts davon konnte mich überzeugen, das restliche Leben dahinterzustecken. Ich hatte arbeitsbedingt auch zu wenig Zeit, um nebenbei etwas aufzubauen.

Irgendwann wurde mir klar, in welche Richtung es ging. Leider musste ich die Wohnung aufgeben. Der Ort, an dem ich endlich Ruhe und Frieden gefunden habe – doch es war definitiv eine der besten Entscheidungen! Was sind 3 Jahre ohne Wohnung im Gegensatz dazu, dass ich nicht weitere 10 Jahre auf eine Chance, die wohl nie kommen würde, warte?

Gereist

Für jemanden, der finanziell immer knapp dran ist, konnte ich mir doch einiges gönnen. Unter anderen auch dank tollen Freunde und tolle Angebote. Ich bin nie wirklich viel verreist (eben, wegen den wenigen Brötchen) und konnte das in den letzten zwei Jahren echt geniessen. Da war Amsterdam, Mallorca, München, wieder Mallorca und Lanzarote. In einigen Wochen geht es nach London und dann wieder nach Mallorca. Nicht, dass ich sonderlich an Mallorca hänge – da gab es eine Ferienwohnung in der ich die ersten beiden Male durfte und war daher auch bezahlbar. Und im Mai darf ich am Ironman in Mallorca zusehen!

Stolz auf

Mich! So eingebildet das auch klingt – ich habe mich wohl noch nie so sehr weiterentwickelt wie in diesen Jahren. Ich habe Entscheidungen getroffen: Zum ersten Mal nur für mich und nicht weil die anderen das vielleicht wollen würden! Ich habe gelernt, auf mich zu achten – ich habe gelernt, auf mich selbst zu hören – ich habe gelernt, mir zu vertrauen – ich habe gelernt, zu mir zu stehen und bei den wichtigsten Dingen hierzu keine Kompromisse einzugehen. Vor allem habe ich gelernt, dass ich wirklich gut bin so wie ich bin. Und hier kommen viele weitere Erkenntnisse dazu, denn ich bin noch mittendrin. Auch stolz bin ich auf den nächsten Punkt, und zwar:

Gesundheit

Mir ging es immer irgendwie jammerig. Nicht wirklich gut, aber auch nicht schlecht genug. Es war eigentlich immer alles in Ordnung, doch nicht perfekt. Müdigkeit, Migräne und Lustlosigkeit schleppte ich durch den Alltag. Dank meiner kleinen (noch nicht mal) handvollen neuen Freunde, habe ich vieles neu begriffen. Ich habe nun regelmässige Schlafzeiten – klar gibt es Ausnahmen. Aber wenn ich um 21 Uhr ins Bett gehe und um 6 Uhr morgens aufstehe, geht es mir gut. Und seit es mir Schnuppe ist, dass andere mich für meine frühe Schlafenszeit hochnehmen, geht es mir noch besser.

Ich war immer diejenige, die nie Wasser trinken konnte. Mir schmeckte das einfach gar nicht mehr. In meiner tiefsten Tiefphase, drehte sich der Spiess. Mir wurde schlecht von Cola und Eistee. Und von allem anderem, was süss und kohlensäurehaltig war. Seither trinke ich fast nur noch Wasser und Tee. Einzig Red Bull und Kaffee hat sich hingezogen. Im Oktober 2017 habe ich mein leztes Red Bull getrunken. Und am 8. Februar meinen letzten Kaffee – mir geht es um einiges besser. Seit 1.5 Monate achte ich darauf, mindestens 1.5 Liter Wasser pur (zusätzlich zum Tee oder sonst was) zu trinken.

Ich esse weniger Fleisch. Wir Menschen nehmen grundsätzlich viel zu viele Fette, Eiweiss und Kohlenhydrate zu uns. Bevor ich mich damit befasste, schwand die Lust darauf von alleine. Man könnte meinen, dass sich mein Körper selbst regulierte. Das macht meine Mutter noch ratloser, als sie es so schon ist. Ein Mitbewohner, der kaum Lust auf Fleisch hat, ist schwieriger zu bekochen. Nicht, dass ich das verlangen würde, da sie es aber so oder so für meinen Vater tut, schliesse ich mich gerne an.

Sollte ich mal etwas zu essen oder trinken kaufen, bin ich so gut es geht auf Bio umgeschwenkt. Ich bin jetzt keine dramatische Öko-Tante geworden, achte aber mehr auf solche Dinge. Bio aus Spanien kann man beispielsweise kaum ernst nehmen. Am besten sind die regionalen Dinge. Anfangs ist es etwas schwer, da schmeckt alles so anders. Doch nachdem ich mich daran gewöhnte, merkte ich wie viel besser das alles ist. Den industriellen Kram vermeide ich so gut es geht, ausser wenn ich mir zu Mittag bei der Arbeit Mikrowellenfrass gönne (ehrlich. Das ist wirklich ein Frass).

Einige Laster bleiben noch – so wie meine mangelnde Bewegung und meinen Konsum an Süssigkeiten und Chipsähnlichen Dingen. Aber so gesund wie jetzt, war ich im Leben noch nie und das lässt sich spüren.

Inspiriert

Inspiriert ist wohl einiges untertrieben. Im letzen halben Jahr hat mir meine Kinesiologin enorm geholfen. Die berufliche Bezeichnung ist weit gefehlt, finde ich. Sie kann so vieles und sie sieht so vieles in einem Menschen. Ohne ihre Hilfe, würde es mir echt komisch gehen, ohne dass ich überhaupt wüsste, weshalb. Erklären ist wertlos – das muss man erst erleben, um es zu verstehen.

Zukunft

Die nächsten drei Jahre wird meiner Ausbildung und Weiterentwicklung gewidmet. Ich versuche natürlich auch so gut es geht, Jolly Tallica irgendwie am Leben zu erhalten. Selbst wenn es mangels Beiträge einige Leser vielleicht verscheucht hat, möchte ich das dennoch weitermachen – für mich.

Ich möchte nebst der Ausbildung auch die Zukunft als Therapeutin vorbereiten. Bereits einige Klienten finden, für die Dinge die ich bereits kann. Ich möchte auch einen richtigen Praxisraum – mein „Büro“ sollte für die nächste Zeit hinhalten. So angenehm ich das versuche einzurichten, befindet es sich leider dennoch im Keller. Und mit den Betonwänden und dem kleinen zugegitterten Fenster, fühle ich mich ja selbst nicht mal zu hundert Prozent wohl. Somit suche ich nach etwas besserem. Noch ist die Suche nicht aktiv und wird sich auch hinziehen.

Ausserdem spiele ich mit dem Gedanken an eine WG. Alles in allem brauche ich sehr viel Ruhe, um mich erholen zu können. Seit dem Umzug im September, ist so gut wie immer jemand Zuhause und irgendwo wird immer rumgewühlt – und wenn nicht, bin ich meistens bereits geflüchtet. Hier fehlt einen grossen Teil der benötigten Regeneration. Denn ich bin so gut wie nie alleine, ausser ich befinde mich in meinem Auto. Langsam zerrt das immer mehr an meine Nerven. Für mehr als eine WG reicht es momentan aber leider nicht. Hier sind aber erst unkonkrete Gedanken vorhanden – werden aber vermutlich bald mehr raum einnehmen.

 

Meiner Meinung nach kann in zwei Jahren sehr vieles passieren. Ich wette auch bei euch – was hattet ihr in den letzten zwei Jahren erlebt?

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