Vom Arschloch-Engel

Hallo ihr lieben

(man stelle sich hier eine dramatische Pause vor). Ich weiss nicht, ob ich hier jemals einfach ohne ein Thema etwas geschrieben habe, ich denke das wird sowas wie eine Premiere. Klar, habe ich teilweise einfach darauf losgeschrieben, aber eine vage Idee zu einem Thema war da jeweils schon vorhanden. Aber lasst uns doch etwas neues versuchen und erst mal beobachten, wo das genau hin führt. Auf in die Unterhaltung mit meinem Gedankenkarusells!

Frei von der Leber

MEINE FRESSE, ich komm nicht klar. WordPress hat ein Update gebracht und den verdammten Editor aktualisiert. Was soll das mit diesen Blöcken? Ich will schreiben und keine Blöcke zusammenbauen. Wobei sich das schon als Einstieg eignet – denn weshalb bin ich so gereizt? Liegt es daran, dass ich mich die letzten Wochen zu sehr in meine Glücksgefühle gesuhlt habe? – Denn mal ehrlich, im Moment läufts. Nicht mit allem aber im Grossen und Ganzen läufts. Und es nimmt Form an. Kann ich vielleicht einfach nicht zulassen glücklich zu sein, weil ich mir das nicht gewöhnt bin? Liegt es vielleicht daran, dass ich zu wenig Zeit mit mir hatte? Liegt es an einem anstrengenden und emotionalen Wochenende, an dem ich die ersten Stunden Psychologie hatte? (Ich vermisse gerade die Wörteranzahl, die WordPress mir sonst netterweise immer angezeigt hatte? Ich hätte wohl erst nach dem Beitrag updaten sollen.) Ich vermute es liegt an allem zusammen – es scheint mir als hätte mir der gestrige Tag in Psychologie den Rest gegeben. (Und ja, ich habe auch sonntags Schule, die Frage wird mir nach jedem Wochenende gestellt.)

Weshalb bin ich denn nun eigentlich hier und weshalb schreibe ich hier? Irgendwie hatte das gestern Abend schon angefangen, ich war echt in einer verwirrten und weinerlichen Stimmung. Es scheint sich nicht wirklich was geändert zu haben – ich habe seit einer gefühlten Ewigkeit nicht mehr solange gebraucht um aus dem Bett zu kommen. Vorallem nicht an einem freien Tag. Nach dem Mittagessen habe ich einfach bis zu meinem Termin 2 Stunden NICHTS gemacht. Nein, nicht ganz. Nichts wäre eigentlich noch schön. By the way – einfach mal vor sich hin starren, ohne Ablenkung. Ohne Musik, ohne Handy, ohne Internet, ohne Störungen. Was gibt es besseres als das, um wieder zu sich zu kommen? Jedenfalls – ich habe nicht Nichts gemacht. Ich sass am Handy und habe mir ein Youtube Video nach dem anderen reingezogen, bis ich mich erstmal zum Duschen und Anziehen motiviert habe. Und dann zum Zugfahren – wobei ich mich hier gegen Kopfhörer entschieden habe, um vor meinem Termin etwas klarer zu werden. Nützte nichts, da ich die ganze Fahrt trotzdem am Handy hing. Der Termin lief (denke ich) trotzdem ziemlich gut und überraschend kurz. Zuhause angekommen dann wieder dasselbe Spiel. Nach einer weiteren Stunde Youtuber anstarren, hat sich dann meine Mitbewohnerin verpulvert und es blieb nur die Frage zurück – was mache ich da eigentlich?! Und da habe ich ein neues Musikvideo entdeckt und mich hat die Lust zum schreiben gepackt. Nur worüber? Das weiss ich jetzt noch nicht, doch ich habe mich hingesetzt. Manchmal muss man einfach mal anfangen, damit es wieder ins Rollen kommt. Hab ich gehört. Und mal ehrlich, da ist ja schon einiges aus meinem Hirnschmalz geflossen – fragt sich, ob es wohl lesbar ist, denn sonderlich Mühe habe ich mir nicht gegeben. Muss es bei dieser Methode aber auch nicht – ich würde mich echt interessieren, ob so eine Methode bei meinen Lesern mit eigenen Blogs überhaupt bekannt ist. Oder ob das jemand bereits angewendet hat? Es hat etwas von Freud, der die freie Assoziation erfunden hat (hey, da ist was vom Wochenende hängen geblieben!). Aber ich denke, das werde ich ein anderes Mal genauer erläutern, wobei ich nicht wirklich viel von Sigmund Freud halte. Momentan schwirrt mir gerade ein anderes Thema im Gedankenkarussell, was an dem letzten entdeckten Video zu verdanken ist – und dem Psychologie Wochenende (das mich scheinbar mehr bewegt hat, als ich bisher dachte).

„Thank you for knockin‘ me down
‚Cause these scars have just made me stronger
And your words, they don’t matter now
So thank you, thank you for knockin‘ me down“

vom Arschloch-Engel

…hat meine Psychologie-Lehrerin erzählt. Ich war dann natürlich ziemlich anwesend und hellhörig, weil ich selten Lehrer oder Dozenten habe, die das Wort „Arschloch“ in den Mund nehmen. Recht hatte sie trotzdem, denn es gibt sie. Ich hätte die nicht gerade „Arschloch-Engel“ genannt, aber wieso nicht. (Hey, ich habe soeben die Wörter-Anzahl wiedergefunden!) Dieses Video hat mich daran erinnert, denn Thank you for knockin‘ me down singt die liebe Lena. Denn Arschloch-Engel machen genau das. Manchmal ist man so festgefahren und obwohl man etwas ändern möchte, geht das einfach nicht. Hunderte Ausreden fallen ein oder die Situation lässt es nicht zu und bla bla bla Hamsterrad. Dann kommen die Arschloch-Engel. Das kann irgendjemand im Umfeld sein, der eigentlich ein wahnsinniger Idiot ist und uns nur weh tut und nichts Gutes wünscht. Doch was macht ihn zum Engel? Wieso kann man so ein Idiot, Arschloch oder was auch immer als einen Engel betiteln? Die Antwort ist ganz einfach und wer einmal zurückblickt, kann das vielleicht erkennen. Es gibt immer etwas gutes an so einer Person. Sie holt einen aus dem Hamsterrad raus, denn oft MUSS man dann etwas ändern. Der Moment an sich scheint Kacke zu sein, doch langfristig gesehen bringt das einen sehr viel weiter. Denn hätte ich mich beispielsweise nicht von Personen getrennt und wäre weggezogen, obwohl das finanziell nicht hingehauen hätte, dann wäre ich wirklich noch in einer komplett anderen Situation. Dann hätte ich am Anfang dieses Beitrages vielleicht nicht sagen können, dass es bei mir im Moment einfach gut läuft. Sagt daher einfach mal eurem Arschloch-Engel Danke dafür. Vielleicht ist das nicht mal eine Person. Vielleicht ist der Arschloch-Engel auch einfach eine Situation oder ein Erlebnis. Denn jede Person, jede Situation, jedes Erlebnis enthält eine Botschaft und vielleicht auch einen Arschtritt, der erst im nachhinein erkannt werden kann. Genauso schliesse ich das auf meine aktuelle Stimmung – das wird seinen Grund haben. Und was er mir gebracht hat? Einen Blogbeitrag, der sehr nach Freud’s freien Assoziationen aussieht – und der tatsächlich den Kreis schliesst und im drehenden Karussell ein wenig Ordnung bringt.

Freie Assoziation – Sigmund Freud


Da ich jetzt soviel davon geredet habe, hier für euch die Aufklärung was Freud’s freie Assoziationen eigentlich sind und für mich nicht prüfungsrelevante Repetition (ich sollte mal was über Carl Roger’s Humanistische Psychologie oder Herz-Kreislauf-Systeme schreiben, das wäre mal eine interessante Lernmethode). Komm auf den Punkt, Jolly. Also Sigmund Freud sagt wohl jedem was, gehe ich davon aus. Mit ihm befinden wir uns direkt in der Tiefenpsychologie. Seine Technik war erst die Suggestion sowie die Assoziation. Er hatte also seine Psycho-Patienten und sagte ihnen ein Wort. Nehmen wir Baum. Was fällt euch als erstes zum Wort Baum ein? Wenn ihr jetzt sowas wie grün, Ast, Blätter, Pflanze sagt, dann ist das nicht gerade spannend. Wenn da aber so etwas rauskommt wie Bügeleisen wird es erst interessant. Dann gilt es herauszufinden, wie man von Baum zu Bügeleisen kommt. Einer Patientin wurde das dann aber zu langweilig und zu mühsam die ganze Zeit mit Wörtern zu antworten (stellt euch vor, ihr macht das monatelang in jeder Therapiesitzung, da könnte ich mein Geld auch in besseres investieren…), weshalb er dann die freie Assoziation entwickelte. Patienten lagen einfach da und redeten zusammenhangslose Dinge, die es dann zu analysieren galt. Meist zeigt sich dadurch auch ein tieferliegendes Problem, das die Person gerade belastet oder im besten Fall löst sie durch das aussprechen des Gedankenkarussells dann auch das Problem gerade selbst. Win-Win würde ich sagen. Freud ist mir nicht sympathisch, da er als Kopfmensch meiner Meinung nach zu sehr in der Psyche von Menschen rumgebastelt hat. Für ihn gab es nur die Psyche unabhängig von Seele, Geist und Körper. Der Mensch wurde darin aufgeteilt – die Psychosomatik kam erst später auf.

Und nachdem ich nun total überrascht bin, was alles in meinem Hirn hängen geblieben ist, verabschiede ich mich nun. Ich denke mein eigenes Gedankenkarussell und die kleine  Psychologie-Anekdote meines letzen Wochenendes reicht für heute. Das nächste mal sehen wir uns hoffentlich mit erfrischenderen Themen (und vielleicht schaffe ich es ja mal den Bio-Hexenkessel zu füllen).

1 comment / Add your comment below

  1. Vorab: Mit Psychologie Themen hast du mich immer. Ich bin unfassbar fasziniert von dem Thema Psyche, aber gut x’D und ja meine liebe ich habe das Prinzip einfach drauf los zu schreiben schon so oft verwendet. Gerade nach Phase des Kreatiefs oder Depri Phasen hat es mir stets geholfen einfach drauf los zu schreiben. Ich mag das. da ich meist selbst neugierig darauf bin was dabei alles raus kommt ^o^ <3

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