Wenn Engel reisen

Freunde der Sonne – herzlich willkommen zurück auf meinem Bio-Hexenkessel.

Nun kommen wir wieder zu einem altbekannten Thema – man hört es überall. Immer dieses Bio, immer dieses Recycling, dieses „Kauft nur essen vom Bauern“-Thema. Menschen fällen Bäume und verwenden unsere Resourcen aus völlig selbstsüchtigen Gründen und bedrohen sich selbst und die Tiere um uns herum. Hat sich einer jemals Gedanken darüber gemacht, was passiert, wenn unsere Wildbienen aussterben? Dann fehlt uns mehr als nur der Honig. Sei’s drum, ich schweife gerade ab – wir widmen uns nun einem anderen Thema.

CO2

Bei Treedom (dazu komme ich auch noch, falls Bedarf besteht) kann man berechnen, wie viel CO2 man selbst am Tag verbraucht. Ich bin keine Heilige, muss ich ehrlich gesagt gestehen. Denn ich habe ein Auto, dass ich auch gerne täglich nutze (shame on me). Auch hier ist es die Bequemlichkeit, doch solange ich nicht um die Ecke arbeite, wird das wohl so bleiben. Doch es ist nicht der Verzicht, den die Welt rettet, sondern das Mass. Oder der Ausgleich. Wenn man sich mein Beispiel ansieht – eine Hin- und Rückfahrt zur Arbeit von insgesamt 80km, ergibt bei mir einen CO2 Ausstoss von ca. 25,84kg (wow, sehr genau). Abgesehen von meiner teilweisen sinnlosen Ecosia-Suchen (woher kommen gelbe Marienkäfer?), habe ich habe einen Mango-Baum in Thailand pflanzen lassen, welcher bis 2028 etwa 700kg CO2 kompensieren kann. So mag vielleicht einen Teil meines Ausstosses wieder „gut gemacht“ werden, doch was ist mit der restlichen Welt?

Auto? Aber was ist dann mit dem Flugzeug?

Wie viele von euch fliegen in den Urlaub? Hab ich gefühlt schon ewig nicht mehr gemacht. Nun lass uns mal so tun, als hätte ich es vor – ich bin halb Thailänderin, daher scheint es vielen nicht ganz so abwägig, dass ich mal dort hin reisen würde. Was ich davon halte, wäre wohl am Thema vorbeigeschossen. Wenn wir berechnen – von dem Ort, an dem ich jetzt wohne bis nach Bangkok behauptet Google Maps es seien zu Fuss 11’189km. Insgesamt bräuchten wir dann 2’286 Stunden – na das wäre mir jetzt eine echte Herausforderung (wieso kann ich diese Strecke gemäss Maps laufen, aber nicht mit dem Auto fahren?). Nun, Google zeigt mir die km Zahl der Luftlinie nicht an, daher musste ich anders recherchieren. Von Zürich bis nach Bangkok wären das realistisch gesehen etwa 9’000km. Das mach einen CO2 Ausstoss von etwa 1’270 kg. Mein Mango-Baum kann hier nicht mithalten und dabei ist das nur ein One-Way-Ticket. So gesehen müsste ich für einen Urlaub in Thailand etwa 3.5 Mango-Bäume pflanzen, um das auszugleichen. Doch bisher habe ich nichts getan – ausser mir rein hypothetisch einen Urlaub in Thailand ausgedacht, den ich nicht antreten werde.

B’n’Tree

Nun durfte ich Ende Anfang Woche den Chris „kennenlernen“. Ich schreibe das in Klammern, weil es schon mehr braucht, um einen Menschen kennenzulernen. Viel mehr. Aber ich habe ein wenig meine verstaubten Stalker-Fähigkeiten ausgepackt und recherchiert. Was ich herausgefunden habe? Er mag Elefanten. Klar, verständlich. Elefanten sind wunderbare Wesen. Man sagt ihnen nach, dass sie sich ihr Leben lang an jeden Menschen erinnern, die sie jemals getroffen haben. Ob sich der eine Elefant vor 20 Jahren noch an mich erinnert? Sei’s drum – es gibt ein Problem mit diesen Elefanten. Denn auch sie sind betroffen vom aktuellen Problem, dass die Menschen sich selbst versuchen umzubringen. Fehlende Pflanzen bedrohen nicht nur uns, sondern auch Tiere. Auch Chris‘ Elefanten. Auch meine Bienen. Auch meine Pinguine und meine Schmetterlinge. Ich mag Pinguine. Keine Bäume = kein Sauerstoff. Das habe sogar ich begriffen, obwohl ich in der Schule mehr meinen Tagträumen nachhing als zuzuhören.

Nun hat Chris um den entgegenzuwirken das Konzept B’n’Tree (www.bedandtree.com) gegründet, womit wir zum eigentlichen Thema kommen. Mit B’n’Tree kann ich meinen hypothetischen Urlaub nach Thailand buchen. Über bekannte Plattformen wie beispielsweise Booking.com, Expedia, tripadvisor, HRS und noch einigen mehr (der gleiche Wortlaut, den ich bereits bei Ecosia verwendet habe: Nein, ich werde nicht bezahlt). Nur halt über B’n’Tree. Was das bringt? – einen Baum.

Wie denn?

Für jede Buchung gibt es einen Baum. Hierfür muss man nur auf der Startseite auf ein Logo der Wahl klicken. Für mich macht hier Booking.com am meisten Sinn. Ich werde also direkt weitergeleitet und kann meine Daten eingeben. Ich fliege dann wohl vom 1. – 12. Juli nach Bangkok (falls eine Person mitliest, mit der ich in dem Zeitraum einen Termin habe – keine Panik. Der Termin steht noch). Ich buche mir gerne mal ein Zimmer für 11 Nächte, welches ein Frühstück beinhaltet. Das allein kostet schon CHF 652.-. Das wird ein teurer Urlaub… Hier breche ich dann erstmal mein live-Test ab, denn ab hier müsste ich meine Angaben eingeben und das reservieren. Da angeblich nur ein Zimmer übrig ist, möchte ich hier keinem anderen die Chance versauen.

Nachdem das zuende ist, wird von B’n’Tree ein Baum gepflanzt – die Reise wird dadurch nicht mal teurer als sie so schon ist. Wie das funktioniert? Da B’n’Tree den Plattformen wie in dem Beispiel Booking.com einen „Reisenden“ vermittelt, gibt es hier eine Kommission. Quasi ein „Danke für diesen Kunden, von dem wir jetzt das Geld einnehmen dürfen, hier hast du einen Mini-Teil davon“. Dieser Mini-Teil (ich gehe einfach davon aus, dass dieser Teil mini ist, denn wer verschenkt schon gerne viel Geld?) reicht für einen Baum, welcher dann gepflanzt wird. Ich gehe auch davon aus, dass von diesem Mini-Teil des zahlenden Tourist’s noch einen Teil zurückgesteckt wird. Wie ich darauf komme? B’n’Tree wirbt damit, einen Baum zu pflanzen, allein schon wenn man nur den Newsletter abonniert. Das ist nun eher mein Metier, denn das scheint mir um einiges günstiger, als eine ganze Reise zu buchen. Ich habe nach dem Bestätigen meiner E-Mail Adresse auch tatsächlich direkt eine Benachrichtung erhalten, dass ein Baum gepflanzt wird.

Wo der Baum auch immer sein mag und wie es ihm wohl gehen mag – schön, dass er existiert.

Und jetzt?

Geht in den Urlaub meine Freunde, geniesst die Sonne oder was auch immer ihr mögt. Erholt euch, habt Spass, spendet der Welt eure ganze Leidenschaft und Liebe – und lasst dabei Bäume pflanzen. Man sagt ja – einmal im Leben sollte man einen Baum pflanzen. Wer das selbst nicht kann, kann das aber immernoch machen lassen.

 

 B’n’Tree (www.bedandtree.com)

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